Erika Wisselinck

Posted Januar 28, 2010 by schwesternwelten
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Ich war gestern abend auf einer Lesung, auf der Gabriele Meixner ihre Biografie von Erika Wisselinck (“Wir dachten alles neu” – die Feministin Erika Wisselinck und ihre Zeit) vorgestellt hat. Anwesend waren nicht nur die Ältesten der Frauenbewegung Münchens, sondern u.a. auch Ute Schiran und Luisa Francia. Einige der anwesenden Frauen haben Erika Wisselinck (1926-2001) noch gekannt und erinnerten sich auch lebhaft an Wisselincks Freundschaft mit Mary Daly, deren Werke sie mit einer Ausnahme übersetzt hat und die gemeinsamen Lesereisen der beiden durch den deutschsprachigen Raum.

Die Veranstaltung war mit ca. 40 Frauen gut besucht, sie fand in den Räumen der Münchner Frauenstudien statt, die von Erika Wisselinck mitbegründet worden sind.

Von der Autorin, Gabriele Meixner, halte ich sehr viel – ihr Buch “Frauenpaare in kulturgeschichtlichen Zeugnissen” ist einfach großartig und zeigt Abbildungen von Frauen/Lesbenpaaren von der Steinzeit bis heute.

Ich habe mir die Biografie gestern abend noch gekauft (und auch Erika Wisselincks Buch “Frauen denken anders”) und bin schon sehr gespannt.

P.S. Luisa Francia hat in ihrem Tagebuch zu der Veranstaltung geschrieben und ein paar, leider schlechte, Bilder dazu eingestellt: http://www.salamandra.de/tagebuch/start.php

Mary Daly ist gestorben

Posted Januar 12, 2010 by schwesternwelten
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Mary Daly, eine der wichtigsten Philosophinnen des Radikalfeminismus ist am 3. Januar gestorben.

Weltweit trauern Radikalfeministinnen um sie in dem Wissen, mit ihr eine Kämpferin verloren zu haben, die keinerlei Scheu hatte, Dinge beim Namen zu nennen.

In ihrem meiner Ansicht nach wichtigstem Buch Gyn/Ökologie hat sie nicht nur eine brillante Analyse der Machenschaften des Patriarchats vorgelegt, sondern auch Handlungsansätze für einen Weg in eine für Frauen bessere Welt aufgezeigt.

Sie wird unvergessen bleiben.

U.S.A.

Posted Dezember 11, 2009 by schwesternwelten
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Ich mag, für eine deutsche Radikalfeministin sehr ungewöhnlich, die U.S.A. – und zwar sehr. Ich liebe die Sprache, die Landschaften (besonders Kalifornien und die nördlichen Bundesstaaten an der East Coast), die selbstbewußten amerikanischen Frauen und vor allem auch die Kultur. Das mag seltsam erscheinen, weil man hierzulande damit vorzugsweise Dummheit verbindet – aber amerikanische Kultur verkörpern auch Susan Sontag, Judy Chicago, Mary Beth Edelson, Annie Leibovitz, Susan B. Anthony usw.

Amerikanische Wissenschaftlerinnen wie Lisa Randall und Lynn Margulies sind weltweit bekannt, die Space Shuttles wurden schon einige Male von Kommandantinnen geführt und wenn ich in den USA eine Elektrikerin oder Installateurin brauche, finde ich eine – in der deutschen Millionenstadt, in der ich wohne, gibt es nicht eine einzige.

Die amerikanische Gesellschaft ist nicht nur wärmer als die deutsche (meiner Ansicht nach, weil es weniger staatliche Hilfen gibt und privates Füreinanderdasein daher einen viel höheren Stellenwert hat), der Umgang miteinander so viel rücksichtsvoller, dass ich jedes Mal eine Art negativen Kulturschock erleide, wenn ich wieder hier in Deutschland bin.

Über amerikanische Politik kann man gespaltener Meinung sein, meinetwegen auch die Globalisierung ablehnen (tue ich nicht pauschal, weil ich für Frauen darin auch Vorteile sehe), aber ich halte es für fatal, amerikanische Feministinnen, die noch heute große Konzerne in die Knie zwingen können, zu ignorieren. Der Feminismus muss weltweit agieren, sich international vernetzen – den US-Feminismus dabei auszugrenzen, halte ich für einen großen Fehler.

Feminism in London 09

Posted Oktober 19, 2009 by schwesternwelten
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Ich war am 10. Oktober in London auf dieser Veranstaltung in der Conway Hall – leider nur bis zum frühen Nachmittag, aber Eindrücke gab es genug. Zunächst mal hat mich die Tatsache überrascht, dass die Conway Hall voll war – ich schätze, an die 400 Feministinnen aus allen Teilen der Welt haben teilgenommen (außer mir auch noch weitere deutsche). Die nächste Überraschung war die Jugend der Teilnehmerinnen – wir grauhaarige waren eindeutig in der Minderzahl. Es gibt sie also auf internationaler Ebene, die jungen, feministischen Frauen, die sich gegen Prostitution und Pornografie wehren und ein frauenbestimmtes Leben führen wollen. (Ich wollte mich mit einer jungen australischen Studentin dort treffen und hatte keinen genauen Treffpunkt ausgemacht, weil ich dachte, Feministinnen sind eh alle älter, also finde ich sie leicht. Falsch gedacht – also hat es eine Reihe von SMS gekostet, bis wir uns schließlich getroffen haben.)

Es gab Stände verschiedener nationaler und internationaler Frauenorganisationen, die weite Bereiche abdeckten: von Prostitutionsgegnerinnen bis Frauen, die im Alter zusammen leben wollen, war alles dabei.

Besonders witzig fand ich eine kleine Karte, die auf eine Idee von Catharine MacKinnon zurückgeht und die dort stapelweise zum Mitnehmen bereit lag. Sie hatte die Form einer Visitenkarte mit folgendem Text:

You have just offended a woman

This card has been chemically treated… your prick will fall off… in 3 days

Mehr Infos über die jährlich stattfindende Veranstaltung:

http://www.fil.btik.com/home.ikml

Sexual Assault Prevention Tips Guaranteed to Work

Posted September 30, 2009 by schwesternwelten
Categories: Feminism

I found this in a feminist forum:

Sexual Assault Prevention Tips Guaranteed to Work!

1. Don’t put drugs in people’s drinks in order to control their behavior.

2. When you see someone walking by themselves, leave them alone!

3. If you pull over to help someone with car problems, remember not to assault them!

4. NEVER open an unlocked door or window uninvited.

5. If you are in an elevator and someone else gets in, DON’T ASSAULT THEM!

6. Remember, people go to laundry to do their laundry, do not attempt to molest someone who is alone in a laundry room.

7. USE THE BUDDY SYSTEM! If you are not able to stop yourself from assaulting people, ask a friend to stay with you while you are in public.

8. Always be honest with people! Don’t pretend to be a caring friend in order to gain the trust of someone you want to assault. Consider telling them you plan to assault them. If you don’t communicate your intentions, the other person may take that as a sign that you do not plan to rape them.

9. Don’t forget: you can’t have sex with someone unless they are awake!

10. Carry a whistle! If you are worried you might assault someone “on accident” you can hand it to the person you are with, so they can blow it if you do.

Not for sale

Posted September 26, 2009 by schwesternwelten
Categories: Politik und Gesellschaft

Frau fragt sich in letzter Zeit häufiger, ob die Befürworterinnen der Legalisierung von Prostitution sich eigentlich über die möglichen Konsequenzen im klaren sind: wenn Prostitution ein Beruf wie jeder andere wird, wird dann das Arbeitsamt einer arbeitslosen Frau die Arbeit in einem Bordell anbieten, bzw. ihr das Arbeitslosengeld verweigern, wenn sie diese “Arbeitsvermittlung” nicht annimmt?

Ein Video zum Thema:

http://www.womenlobby.org/site/video_en.asp

Impressionen von der Gay Pride Week

Posted August 9, 2009 by schwesternwelten
Categories: Uncategorized

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Die Gay Pride Week in meiner Stadt, Beginn ist ein lesbisches Straßenfest, das Ende das CSD Wochenende, gab unter anderem tiefe Einblicke in das Verhältnis von Lesben und Schwulen. Eine Lesbe wurde während einer Preisverleihung von Schwulen als “unweiblich” richtiggehend vorgeführt, eine andere wollte in Anwesenheit von Schwulen nicht zugeben, dass es innerhalb einer schwul/lesbischen Organisation eine Lesbengruppe gibt. Ich musste drei Mal nachhaken, bevor sie endlich zugab, dass es sie gibt.

Der Einfluss der Queertheorie führt außerdem dazu, dass das Wort “Lesbe” heute ein unscharfer Begriff ist. Jeder Mann, der sich als Lesbe bezeichnet, wird in manchen Lesbenkreisen als solche akzeptiert. Bei einer Podiumsdiskussion stellte sich ein Mann-zu-Frau-Transgender mit dem Satz vor: “Ich habe Zeit meines Lebens Frauen geliebt.” Glaube ich ihm sofort – nur macht das aus ihm keine Lesbe. Meiner Erfahrung nach sind diese Transgender Männer, die in Männerkreisen nicht dominant genug sind, um die Anerkennung zu finden, die sie haben wollen. Wenn sie sich als Frauen kostümieren, erhalten sie mit ihrer männlich-dominanten Sozialisierung sofort die Aufmerksamkeit von Frauen/Lesben in manchen Frauen/Lesbenkreisen. Dafür spricht auch ihre relativ hohe Zahl – Homosexualität ist unter der Gesamtbevölkerung je nach Schätzung mit zwischen 5-20% vertreten. Unter Mann-zu-Frau Transgendern scheint sie unverhältnismäßig viel höher zu liegen. Warum wohl?

A Witch’s Manifesto

Posted Juli 7, 2009 by schwesternwelten
Categories: Spirituality and religions, Spiritualität und Religionen

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Some extracts from Zsuzsanna Budapest’s article in the July edition of her Goddess Magazine titled “A Witch’s Manifesto – Goddess Religion in Feminism”:

“I have wondered for two decades when the happy day will arrive; before every large gathering of women, a woman steps out and leads a prayer to the Goddess. After all, when five men gather together, a sixth will commonly bless them and make them feel like God’s gifts to humanity!

I have been an activist for twenty years and a witch much longer. I have grown old trying to convince and teach feminist and mainstream women that spirituality and reverence for the Goddess would only enhance their labors and, in fact, fuel them when they feel depleted by too much political work. Resource/energy management, I argued, is a spiritual skill.

The more I struggled with the two parts of my life as an independent woman, the more convinced I became that feminisn lacked its altogether natural, inherent, matching cosmology: that of the Goddess. No powerful movement can hold the minds of millions without stories, theologies, lore, ritual and blessing.

The personal is political

New age leaders don’t generally talk about women as a group (we are all the same, they intone) because they are afraid that their main support system, the ladies, will wake up from their guided meditations (it’s my karma, I choose my misfortune, etc.) and dump male-oriented spirituality. They even caution against feminist spiritualists as unhappy harpies who’ve lost their femininity by losing interest in male leadership.

I lecture around the world. I was once invited as the only women spiritualist honoring the Great Goddess to an East-West gathering in Germany. Five thousand people filled the stadium in Potsdam. When I asked the women to stand up and be honored, many of them cried; in their experience no one had ever honored women as a group before. This made me sad and impatient.

I am now sixty-nine years old. I started these spiritual teachings at thirty. I worry; will there be another sixty-year fallout like we had after we finally got the vote? The new generation would then have the extra burden of reinventing the wheel rather than inheriting a body of work and taking it from there.

Now time is up. I am convinced that no matter how great the backlash, it will just make the Goddess within wake up all the more strongly. We are still our own worst enemies – women hating women as well as men hating women. Goddess-centered spirituality can help cure that.

My European ancestors and yours risked the Inquisition’s stakes and racks to keep alive a body of knowledge about power and healing. My generation of witches is making this wisdom accessible to those who seek a spiritual foundation for political work. The Goddess is alive. Find out how to meet Her and you will discover how She can help us shape the future.

Blessed be,

Z. Budapest”

Weibliche Führung

Posted Juli 4, 2009 by schwesternwelten
Categories: Politik und Gesellschaft, Uncategorized

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Luisa Francia schreibt in ihrem Blog:

weibliche führung braucht die welt. doch ihr wisst ja selber – frauen können zwar führen, aber die kann man gar nicht führen, die unterwerfen sich entweder oder sie haben ihren eigenen willen, und wollen ständig alles diskutieren (mit recht natürlich). das ist so eine genetische veranlagung, weil sie eigentlich frei geboren werden.

Wenn sie recht hat, wird eine feministische Zukunftsplanung allerdings schwierig.

Prehistoric European Cave Artists Were Female

Posted Juli 3, 2009 by schwesternwelten
Categories: Art - culture - literature, Kunst - Kultur - Literatur